Raffiniert, superschnell & unkompliziert: Die Schüttelquiche als moderne Hommage an einen französischen Klassiker
Ein Gericht, das die Essenz des französischen Klassikers einfängt, ohne dass ein Teig geknetet oder blindgebacken werden muss. Es ist eine clevere, dekonstruierte Express-Variante, die durch ihre Textur besticht, wahlweise exzellent plant-based funktioniert und Raum für schier unendliche kreative Variationen lässt.
Warum die "crustless" Quiche?
Wenn wir ehrlich sind, ist das Herzstück einer guten Quiche ohnehin die saftige, aromatische Füllung. Indem wir den Mürbeteig weglassen, rücken wir nicht nur die Hauptzutaten ins Rampenlicht, sondern kreieren auch eine leichtere, modernere Variante, die abends nicht schwer im Magen liegt.
Die Zutaten-Symphonie (Grundrezept für ein Blech)
- 300g Skyr (oder eine ungesüßte, sojabasierte Alternative für eine exzellente pflanzliche Proteinquelle)
- 4 EL Mehl & 1 EL Speisestärke (für die perfekte Bindung)
- 1 EL Apfelmus: Das mag auf den ersten Blick unkonventionell klingen, ist aber unser kulinarischer Geheimtipp! Es sorgt für eine wunderbare Balance der Säure und verleiht dem Teig eine feine, fast schon französisch anmutende Abrundung.
- 200g aromatischen Käse gerieben oder 3-4 EL Hefeflocken: Die vegane Alternative mit Hefeflocken schmilzt zwar nicht, liefert aber fantastische, tiefe Umami-Noten, die an gereiften Käse erinnern.
- 30g geriebene Nüsse oder Mandeln (für Textur und einen nussigen Körper)
- 200g saisonales Gemüse (fein gewürfelt)
- Die Würze: 1 EL Kräuter der Provence, Meersalz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer bzw. eine Prise Cayennepfeffer oder Chilipulver für eine subtile Schärfe.
- Optional: Wer es rustikaler mag, hebt feine Würfel von Räuchertofu oder etwas hochwertigen Bio-Speck unter.
- Der Textur-Twist: Wer eine fluffigere Konsistenz bevorzugt (ähnlich einer Pinsa), fügt eine Messerspitze Backpulver hinzu.
Zubereitung mit minimalistischem Aufwand und maximalen Geschmack
1. Vorbereitung: Den Ofen auf 200 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen und ein Blech mit Backpapier auslegen.
2. Mise en Place: Das Gemüse in feine Würfel schneiden bzw. härtere Gemüse grob reiben – so gart es in der kurzen Zeit perfekt durch und gibt seine Aromen optimal an den Teig ab.
3. Die Fusion: Alle Zutaten in eine große Schüssel geben und mit einem Löffel kräftig durchmischen. (Historisch betrachtet gab man alles in ein fest verschlossenes Gefäß und schüttelte es kräftig – ein charmanter Trick, der dem Gericht seinen Namen verlieh!).
4. Das Finish: Die Masse gleichmäßig auf dem Blech verstreichen. Für etwa 30 bis 35 Minuten backen, bis die Ränder eine appetitliche, goldbraune Kruste gebildet haben.
Saisonaler Hochgenuss: Die Winter-Edition im Februar
Auf Genussinseln zelebrieren wir die saisonale Küche. Auch wenn der Februar im DACH-Raum kühl und karg wirkt, liefert er fantastische Aromengeber für unsere Quiche. Probieren Sie diese Kombinationen:
Lauch (Porree): Bringt eine herrlich elegante, milde Zwiebelnote mit, die mit der cremigen Skyr-Basis wunderbar harmoniert.
Pastinaken & Karotten: Sehr fein gerieben bringen sie eine erdige, subtile Süße in das Gericht, die durch kräftige Kräuter perfekt ausbalanciert wird.
Champignons & andere Zuchtpilze: Sie agieren als hervorragende Geschmacksträger und verleihen der Quiche intensive, erdige Umami-Aromen.
Kohl/Wirsing: Hauchfein geschnitten (Julienne) schmilzt er förmlich im Ofen und bietet ein leicht nussiges Kohlaroma, das an gehobene Bistro-Küche erinnert.
Tipp für den Sommer: Tauschen Sie das Wintergemüse gegen sonnengereifte Kirschtomaten, Zucchini und frischen Basilikum aus.
Dieses Rezept ist außerdem in der Zubereitung oder Verwendung absolut vielseitig:
Herzhafte Waffeln für die Jause oder Brunch: Der Teig lässt sich hervorragend in einem gut gefetteten Waffeleisen ausbacken – herzhafte Waffeln, die ein Jausen- oder Brunch-Buffet auf ein neues Level heben!
Elegante Tapas: Kalt aufgeschnitten und in kleine Rauten portioniert, eignet sich die Schüttelquiche exzellent als Apéro-Snack zu einem trockenen Weißwein oder einem guten Rosé oder auch einem guten Bier bei einer gehaltvollen Quiche!
Ein Hauch Historie zum Schluss
Wenn Sie abends bei einem Glas Wein Ihr Werk genießen, hier noch eine kleine kulinarische Anekdote: Die weltberühmte Quiche Lorraine stammt aus Lothringen, einer Region mit tiefer deutsch-französischer Geschichte. Der Begriff "Quiche" leitet sich tatsächlich vom fränkisch-lothringischen Dialektwort "Kichel" (Kuchen) ab. Ursprünglich ein cleveres Reste-Essen der Bäcker, die Brotteigreste mit Eiern, dicker Sahne und Speck im abkühlenden Ofen buken, hat sich das Gericht bis heute in die Haute Cuisine vorgearbeitet.
Heute lassen wir den Brotteig ganz modern weg und freuen uns über ein Gericht, das Tradition und Zeitgeist perfekt vereint.
Wir wünschen viel Freude beim Ausprobieren, Verfeinern und Genießen!
P.S. vielen Dank an unseren Partnerblog familienfreundlich.info für die Inspiration zu diesem Beitrag!
